Humankapital

flueke

Falk Lueke

Was machen Sie eigentlich?
Leben, und das sehr gerne, in Berlin, arbeiten, auch gerne, vor allem in Berlin, hÀufig den Laptop auf- und zuklappen, mir Gedanken, und die schreibe ich dann entweder auf Papier, in Computer oder damit gleich ins Internet.

Glauben Sie? Wenn ja, an was?
Ich glaube, ich glaube. LĂ€sst sich aber schwer fassen. Irgendwie an Menschen, nicht an Institutionen. Ich glaube, mir sind Menschen ĂŒberaus suspekt, die auf diese Frage klare Antworten haben.

Was ist Ihr Beruf?
Zuletzt habe ich als Referent fĂŒr Verbraucherrechte in der digitalen Welt beim Verbraucherzentrale Bundesverband gearbeitet. Kling etwas sperrig, meint aber, dass ich mich darum gekĂŒmmert hab, dass die GĂ€ste im St. Oberholz und ein paar andere auch nicht einfach im Netz ĂŒber den Tisch gezogen werden, dass sie ĂŒber ihre Daten selbst bestimmen und dass das Internet weiter in ihrem Sinne funktioniert. Kann man auch nachlesen: http://www.surfer-haben-rechte.de Die Kolleginnen mĂŒssen jetzt ohne mich weitermachen, bei mir geht’s jetzt nĂ€mlich wieder mit was anderem weiter.

Was ist Ihre Berufung?
Phew. ‘ne Antwort auf die Frage ist gar nicht so leicht. Mir macht der Bereich Medien, Politik, Journalismus extrem viel Freude. Insofern könnte da irgendwo meine Berufung sein. Vielleicht aber auch ganz woanders.

Wen wĂŒrden Sie gerne treffen?
Den Lottoboten, Stanislaw Lem und Jean Bodin.

Wem wÀren Sie lieber nie begegnet?
Da gibt’s einige Kandidaten. Ich glaube, eines der gruseligsten Erlebnisse war das Zusammentreffen mit Barry Hay, dem SĂ€nger von Golden Earring im Thomas-Eck in Charlottenburg. Netter Typ, aber halt ganz schön durch. Hat jede Rockstarambition im Keim erstickt. Und natĂŒrlich gibt’s einige sehr fiese Charakter, denen man so im Laufe der Jahre begegnet.

Welche fiktive Figur wĂŒrden Sie gerne sein?
Ijon Tichy.

FĂŒr wen oder was empfinden Sie kein Mitleid?
Jammern auf hohem Niveau, beispielsweise weil man nur noch einmal im Jahr in Urlaub fahren kann oder weil frĂŒher alles besser gewesen sein soll.

Möchten Sie das absolute GedÀchtnis?
HĂ€tte gerne ein besseres. Aber die Löschtaste ist mir schon wichtig – leider funktioniert sie zu erratisch.

Wie alt möchten Sie werden?
Eigentlich mindestens 128. Wird aber knapp, sagt der Realist in mir.

Angenommen, es gĂ€be das bedingungslose Grundeinkommen, was wĂŒrden Sie anders machen?
Mehr Zeit auf Dinge verwenden, die ich mir zeitlich derzeit nicht leisten kann. Politisches wahrscheinlich.

Wenn Sie Macht hĂ€tten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, wĂŒrden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit?
Klar, wenns sein mĂŒsste. Die moderne Republik ist ja nicht in der Tyrannei ihrer Mehrheit, sondern im Schutz ihrer Minderheiten begrĂŒndet. Und wir sind ja alle je nach Fragestellung mal Teil der Minderheit.

HÀtten Sie lieber einer anderen Nation angehört und wenn ja welcher?
Nö. Find ich ganz schön. FrĂŒher wĂ€r ich gern IslĂ€nder gewesen. Auch aufgrund des Klimas.

WofĂŒr sind Sie dankbar?
Dass ich in einem Land leben kann, in dem ich meine Freiheit nicht erkĂ€mpfen sondern höchstens verteidigen muss. Und ĂŒber die netten und die ehrlichen Menschen, die mich umgeben.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Eric Hobsbawms Age of Revolutions, ich glaub zum fĂŒnften Mal. Aber das GedĂ€chtnis…

Welches Buch hÀtten Sie lieber nie gelesen?
Das “Politische Lexikon”, eine NPD-Publikation die ich im Studium mal genauer angeschaut habe.

Welche technische Innovation hat Ihr Leben am meisten geprÀgt?
Zweifelsohne das Internet. Es hat mir viel ermöglicht, viel Wissen geboten.

Was ist Ihr Lieblingsmedium?
Hmhm. Was ist denn ein Medium…

Welchen Film sehen Sie auch mit geschlossenen Augen?
Keinen. Bewegtbild ist einfach nicht meine Welt.

Sind Sie modebewusst?
Sieht man doch?! Also: nö.

Was ist Ihre liebste Ausrede?
Das ist eine sehr gute Frage, aber um auf den Kern der Sache zu kommen mĂŒssen wir uns zuerst doch fragen, ob wir nicht vielmehr….

Was wÀren Sie gerne noch gefragt worden?
Die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest natĂŒrlich.

Twitter: @flueke


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